Who the fuck is Nadolny?

Written by

in

19.01.2024 – 23.02.2024
Vernissage 18.01.

niemand kennt ihn. Im Netz gibt es keinen Nadolny, der Bilder malt. Wer im Netz nicht existiert, existiert als Künstler überhaupt nicht. In den Neunzigern verschwunden. Damals konnte man das noch. Die Bilder wurden auf den Dachboden gestellt und es wurde sich mit wichtigen Dingen beschäftigt. Mit Dingen, die der Mensch braucht. Ein Haus bauen zum Beispiel.

Tagebucheintrag:

Kunst ist etwas für Idioten, für Spinner, die dem lieben Gott auf die Schliche kommen wollen.
Doch der ist ja bekanntlich tot und mit ihm ist auch die Kunst gestorben.

Sechs Jahre durch Ölfarbe gewühlt. Schicht über Schicht gelegt. Man hätte einfacher zum Ziel kommen können. Doch zu welchem Ziel?

Wenn irgend jemand etwas auf die Leinwand pinselt, stellt er eine Behauptung auf. Doch jede Behauptung ist unvollständig, im Grunde falsch, lächerlich. Also zerstören und dies immer wieder von vorn. Irgendwann reicht es und der Moment entscheidend. Ein banales Motiv bleibt übrig.

Das ganze Elend wird sichtbar durch das Geracker was darunter liegt. Die Buddhisten kreieren wochenlang Mandalas für den Wind. Dies ist der richtige Weg.

Das einzige, was die Menschen wirklich gut beherrschen, ist das Scheitern. Wenn das in meinen Bildern sichtbar wird, sind sie gelungen.
Aber wie gesagt, man kann auch etwas anderes machen.

Berghausen 2.9.1992

Nadolny ist verschwunden, bis jetzt nicht wieder aufgetaucht. Das wird auch so bleiben. Ich garantiere dafür mit meiner Person.
Die Bilder sind geblieben. Ölfarbe und Leinwand vergehen nicht so schnell. Das ist gut so und natürlich auch ein Fluch.

Thomas Fiebig

Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *